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Die Vorgeschichte: Das Grundstückstauschgeschäft
Wir, die Eheleute Manfred und Brigitte Ganady, wohnten vom 1. Mai 1976 bis zum 14. Mai 1985 in einem landeseigenen Mietwohnhaus, das vom Grundstücksamt des Bezirksamtes Schöneberg von Berlin verwaltet wurde. Gerade der Umstand, daß dieses Haus von einer Behörde des Landes Berlin verwaltet wurde, gab für uns überhaupt erst den Ausschlag, uns um diese Räume zu bewerben. Wir glaubten, bei einem solchen Vermieter vor ungesetzlichen Mieterhöhungen und sonstiger Willkür absolut sicher zu sein.
Bei den von uns gemieteten Räumen handelte es sich um ein sogenanntes "Mischmietobjekt" mit weitaus überwiegenden Wohnraumanteil. 72% der Mietfläche waren Wohnraum und nur 28% waren Gewerberaum. 2 1/2 Wohnzimmer, 1 Schlafzimmer, 1 Küche, 1 Diele, 1 Korridor und 2 Badezimmer waren Wohnbereich; der Gewerbebereich umfaßte 2 Ladenräume und eine Toilette im Keller.
Unser Gewerbe war die Produktion von Klassik - Schallplatten (Marke "MIXTUR") sowie die Exklusiv - Auslieferung kleinerer Marken aus der Bundesrepublik Deutschland, den Niederlanden, Dänemark, Norwegen, England, den USA, Frankreich, Belgien, der Schweiz, Italien und Österreich. Die Anbahnung dieser Geschäftsverbindungen hatte mehrere Jahre gedauert und war die Frucht zahlreicher Geschäftsreisen, die mich nach wiederholt - oft mehrmals im Jahr - nach Amsterdam, Haarlem, Rotterdam, Utrecht, Antwerpen, Lüttich, Leuven, Brüssel, Kortrijk, Compiegne, Paris, London, Oxford, Zürich, Lausanne, Milano und Bologna geführt hatten.
Die Aufnahmen für unsere eigene Marke "MIXTUR" machte ich selber. Unsere Kunden waren nahezu sämtliche Schallplattengeschäfte in der Bundesrepublik, die Klassik - Schallplatten führten, sowie mehrere Großhändler und Ladengeschäfte in den Niederlanden, in Belgien, in der Schweiz und in Österreich. Auch in England, in Frankreich und in Italien hatten wir einige Kunden. Das Verkaufsgeschäft direkt über den Ladentisch spielte dagegen nur eine untergeordnete Rolle.
Unser im Jahre 1972 als Einzelkaufmannsfirma gegründetes Unternehmen firmierte seit 1975 unter "MIXTUR - SCHALLPLATTEN GmbH." mit meiner Frau und mir als den beiden mitarbeitenden Gesellschaftern. Angestellte beschäftigten wir nicht. Außerdem war ich noch freiberuflich als Ingenieur auf dem Gebiet der Entwicklung und Programmierung von computergesteuerten oder - gestützten Datenverarbeitungsanlagen tätig. Unter anderen Anlagen hatte ich eine sehr spezielle computergestützte Datenerfassungsanlage für die European Space Agency "ESA" - die Europäische Raumforschungsbehörde - entworfen und gebaut, die im European Space and Technology Centre "ESTEC" in Noordwijk (Niederlande) für das Testen von Satelliten - Bauteilen unter annähernden Weltraumbedingungen benötigt wurde.
Unsere beiden Ladenräume waren nicht von den Wohnräumen zu trennen. So mußte stets ein Teil eines der beiden Ladenräume durchquert werden, wenn wir von den Wohnräumen aus in unser Schlafzimmer gehen wollten.
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Der größere der beiden Ladenräume wurde zum Teil auch noch privat genutzt. In diesem Ladenraum befand sich nämlich unsere (uns privat gehörende) Kleinorgel (Pfeifenorgel), die ca. 3 m breit, 3,50 m hoch und 2 m tief war und mit Pedalklaviatur und Orgelbank etwa 8 qm - also mehr als ein Drittel - des Ladenraumes einnahm. Es handelte sich um eine ehemalige Schulaula - Orgel der Firma Sauer, Frankfurt/Oder, mit ursprünglich 12 Registern auf 2 Manualen und Pedal, die um die Jahrhundertwende für die Cecilien - Schule am Nikolsburger Platz in Berlin - Wilmersdorf gebaut worden war. Zwei Register - Mixtur 4 -5fach und Prinzipal 2' - sind im Jahre 1954 von der Berliner Orgelbauwerkstatt Karl Schuke eingebaut worden; ein weiteres Register - Waldflöte 2' - stammte von dem Orgelbauer Noeske, Fulda.
Die Orgel besaß zuletzt (1985) etwas über 1000 Pfeifen und Zungenstimmen. Der Kern der Orgel - ohne die Register von Schuke und Noeske - dürfte nach heutiger Anschauung bereits als historisch gelten. Mehre Orgeln in Berlin, die aus dieser Zeit stammen, sind bereits unter Denkmalsschutz gestellt worden. Das Gebläse für die Orgel, das sich in einem ca. 1 cbm großen Gehäuse (zur Schalldämpfung) befand, war in dem unter dem Laden befindlichen Keller untergebracht. Die Windversorgung erfolgte durch einen Durchbruch im Fußboden des Ladens.
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